Die Oberliga-Handballerinnen der ISV überwintern als Tabellendritter.

Im Interview mit unserem Medienhaus spricht ihr Trainer Sascha Zaletel über die aktuelle sportliche Situation, die Perspektive der Mannschaft(en) und die anscheinend dennoch nicht immer einfachen Arbeitsbedingungen im Sportzentrum Ost.

Herr Zaletel, bitte vervollständigen und begründen Sie: Platz 3 in der Oberliga zur Winterpause haben sich…
Sascha Zaletel: ...die Mädels nach den gezeigten Leistungen verdient.

Vor der Saison hatten Sie einige Zweifel, monierten die Vorbereitung als nicht zufriedenstellend. Anscheinend hat sich Ihr Team schnell gefangen.
Zaletel: Der Spielplan kam uns nach der wirklich schlechten Vorbereitung ein wenig entgegen. Da der Stamm der Mädels bereits seit Längerem zusammenspielt, war es inhaltlich für die Neuen etwas einfacher, sich in unser Spielsystem einzufinden und ihre Qualitäten einzubauen.

Sie wurden schon in der vergangenen Saison Dritter der Oberliga. Ist die Mannschaft dieses Jahr besser?
Zaletel: Man darf bei dieser Einschätzung auf gar keinen Fall vergessen, dass die Oberliga in der Spitze stark an Niveau zugelegt hat. Wir spielen bisher deutlich konstanter, haben noch keine Ausreißer nach unten, sondern nur gegen drei der absoluten Topteams verloren. Zudem haben wir durch die Neuen und die Weiterentwicklung des Gesamtkaders ein deutlich breiteres Repertoire an Möglichkeiten.

Drei Niederlagen gab es gegen die anderen drei Teams aus den Top Vier der Liga. Was fehlt Ihnen in den Spitzenspielen?
Zaletel: Ganz eindeutig die Erfahrung. Wir spielen über weite Strecken mit einer Feldspieler-Sechs, die einen Altersdurchschnitt von knapp über 20 Jahren aufweist. In den Spielen gegen Dortmund und Königsborn hat man gesehen, dass insbesondere in der Crunchtime Spielerinnen übernehmen, die schon einige Schlachten in der 2. und 3. Liga geschlagen haben. Solche Spielerinnen haben wir nicht im Kader und schenken auch bewusst in solchen Phasen der Jugend das Vertrauen. Die Mädels müssen aus diesen Erfahrungen die richtigen Lehren ziehen, damit wir in Zukunft solche Spielphasen selbstsicherer und mit dem Glauben an die eigene Stärke bestreiten und dann auch für uns entscheiden können.

Blicken wir voraus: Was sitzt drin in dieser Saison?
Zaletel: Da wage ich keinen Ausblick. An einem guten Tag können wir im Prinzip jeden Gegner an den Rand einer Niederlage bringen. Bei uns ist entscheidend, dass wir die Basics wie Einstellung und Systemtreue komplett in die Begegnung einbringen. Beherzigen wir das nicht, werden wir auch gegen andere Mannschaften verlieren.

Sie sind nun das neunte Jahr bei der ISV. Wann gibt der Verein die Verlängerung mit Ihnen bekannt?
Zaletel: Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Streng genommen habe ich im letzten Jahr für zwei Jahre zugesagt. Das war aber in der Vergangenheit eigentlich immer so, anfangs sogar mal für fünf Jahre. Dennoch haben wir uns immer weit vor dem Jahreswechsel zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, was der richtige Weg für die Mannschaft ist. Ob und wann dieses Gespräch in diesem Jahr stattfindet, wurde mir bisher noch nicht mitgeteilt.

Aber Sie würden gerne weitermachen?
Zaletel: Für mich waren nie Ergebnisse oder der Tabellenplatz entscheidend für eine weitere Zusammenarbeit, sondern immer die sportliche Perspektive, die harmonische Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern und letztlich vor allem auch, dass wir uns immer komplett in Strukturen und Zukunftsplanungen mit einbringen konnten. Grundsätzlich besteht der Kader aus überragenden Sportlerinnen und fast noch wichtiger, aus herausragenden menschlichen Persönlichkeiten. Diese Kombination ist für einen Trainer sowohl sportlich als auch persönlich in der eigenen Entwicklung sehr fruchtbar. Die Zusammenarbeit findet in einem sehr respektvollen Rahmen statt, ein Traum für jeden Trainer. Somit würde ich grundsätzlich gern weiter mit den Mädels zusammenarbeiten.

Sie sagen „grundsätzlich gern“ – aber?
Zaletel: Wenn man unseren Weg allerdings betrachtet – von einem Team in der Kreisliga zu zwei Teams in der Verbands- und Oberliga – lief das bisher nahezu immer in Eigenregie mit Timo (Ortmeyer, Anm. d. Redaktion) und Werner (Meyer, Anm. d. Red.) zusammen. Somit habe ich sicher einige inhaltliche Wünsche. Inwieweit dem Verein aber an einer weiteren Zusammenarbeit gelegen ist, müssen erstmal die Verantwortlichen beantworten.

Seit vier Jahren spielen Sie mit Ihrem Team in der Oberliga. Was ist die Perspektive für den Damen-Handball bei der Ibbenbürener SV?
Zaletel: Der Handballsport leidet bundesweit unter fallenden Mitgliederzahlen. Das ist aktuell sicher auch bei uns nicht ganz von der Hand zu weisen. Vor allem der Verbandsligakader verändert gerade aus Alters- und familiären Gründen sein Gesicht. Hier immer ausreichend junge Spielerinnen einzubauen, ist eine Mammutaufgabe, die sich vielleicht nicht immer ausreichend lösen lässt. Ob der Verein dazu passende Optionen findet, vermag ich nicht zu beurteilen. Uns wurde jedenfalls mitgeteilt, dass man diese Planungen erstmal ohne uns Trainer angeht. Der Oberligakader ist bestückt mit viel Talent und einer spannenden Altersstruktur. Wenn der Kader so noch ein wenig zusammenbleiben würde, ist die mittelfristige Perspektive eine interessante Aufgabe. Wenn man das Zuschauerinteresse der letzten Wochen betrachtet, müsste einem auch hier nicht angst und bange werden.

Welche Wünsche haben Sie?
Zaletel: Ich würde mir wünschen, dass der Kader genauso zusammenbleibt und vielleicht an der einen oder anderen Stelle mit weiterer Qualität bestückt wird. Lassen wir uns überraschen, wie weit die Gespräche hier schon vorangeschritten sind, und wen man uns vielleicht als Neuzugang präsentiert.

Spätestens mit dem Abstieg der Herren in die Bezirksliga sind die Oberliga-Damen das handballerische Aushängeschild der ISV. Spüren Sie das im Verein?
Zaletel: Die Stimmung zwischen Herren und Damen ist um vieles positiver, als es noch in den vergangenen Jahren war. Mit Olli (Oliver Konermann, Anm. d. Red.) ist ein Eigengewächs am Ruder des Herrenschiffs, der eine Vereinsbrille trägt. Da gibt es viele Überschneidungen, die wir als Trainer gemeinsam nutzen, um das Vereinsleben der aktiven Sportler voranzutreiben. Wir als Damenteam merken schon, dass man in den letzten Wochen über die Sporthalle hinaus sehr positiv wahrgenommen wurde, was für den Damenhandball sicher eine besondere Situation darstellt. Bringst du deine Leistung, spielst attraktiv und kommst authentisch rüber, wirst du im Sport auch wertgeschätzt, so platt lässt sich das vielleicht manchmal beantworten. In der Außendarstellung glaube ich schon, dass man als Oberligamannschaft ein wenig auch Aushängeschild ist. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn das intern auch so gesehen würde.

Quelle: IVZ-aktuell vom 18.12.2018 16:27 Uhr

   
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