Die Haftmittelnutzung in Ibbenbürener Sporthallen ist wohl Geschichte.

Einstimmig votierte der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Ibbenbüren am Donnerstagabend dafür, ein generelles Verbot für das sogenannte Handballharz zu erlassen.

Gegenpositionen? Es gab keine. Den Handballvereinen war für dieses Jahr die Harznutzung in den Hallen Bockraden und Ost erlaubt worden, sie mussten dafür aber alle entstehenden Reinigungskosten tragen.

Trotzdem kam es laut Verwaltungsangaben immer wieder zu Verschmutzungen. Diesen Umstand nahmen die Ausschussmitglieder parteiübergreifend zum Anlass, sich gegen eine Harznutzung auszusprechen.

Ulrich Remke nahm für die CDU kurz und knapp Stellung. „Wir stellen fest, es funktioniert nicht.“ Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hermann Hafer, zeigte sich verwundert, dass die Vereine nicht in der Lage seien, das Problem zu lösen. „Der Verwaltung den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist zu einfach.“ Es helfe auch nichts, die bisherige Absprache zu verlängern. „Das Problem wird so nicht gelöst.“ Auch Ludger Bitter von der UWG IFI wertete die Beschlussvorlage der Verwaltung als überzeugend, räumte aber ein, dass er auch die Vereine verstehen könne.

Dr. Marlene Klatt (Grüne) meinte, dass die Vereine die Chance hatten, „das vernünftig zu machen“. Der Schulsport solle nicht unter dem Haftmittel leiden. Auch Ernst Goldbeck (Die Linke) berief sich auf die Stärke der Argumente. Der ehemalige Vorsitzende des Stadtsportverbandes und FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Streich verwies darauf, dass die Harzproblematik ein jahrelanges Problem darstelle. Anders als mit einem Verbot sei das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Einen Wettbewerbsnachteil für die betroffenen Vereine HCI und ISV vermöge er nicht zu erkennen. Sportlich, davon sei er überzeugt, würden die Vereine das hinbekommen.

„Das sind wir so nicht gewohnt“

Die gegenüber unserem Medienhaus im Zusammenhang der Harzthematik geäußerte Kritik der Handballvereine an zum Beispiel dem Zustand der sanitären Anlagen in der Halle Bockraden wurde im Ausschuss mit keinem Wort diskutiert.

Wohl aber die ebenfalls an der Verwaltung geäußerte Kritik hinsichtlich der Kommunikation. Extra dafür hatte die Verwaltung in der Sitzung eine umfangreiche Dokumentation des Mail- und Telefonverkehrs zwischen Stadt und Vereinen vorgelegt. „Wir haben sehr intensiv und ausführlich mit den Vereinen kommuniziert“, sagt Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer. Die Äußerungen von ISV und HCI „haben uns sehr geärgert. Das war nicht nötig.“ Die Frage sei, wie mit der Kommunikation umgegangen werde. „Das sind wir so nicht gewohnt.“ Dazu hatte die Verwaltung auch noch eine umfangreiche Pressemitteilung vorbereitet.

Der ISV-Vorsitzende Volker Schwabe zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses. „Solche Dinge nagen an meiner Lust aufs Ehrenamt. Ich muss das erstmal sacken lassen.“ Auch Michel Baune vom HCI sprach von Enttäuschung, man werde das Votum der Bürgervertreter im Haupt- und Finanzausschuss aber akzeptieren. „Für den Handball in Ibbenbüren ist das natürlich ein herber Schlag. Wir müssen uns jetzt erstmal sammeln.“

Der Rat entscheidet in seiner Sitzung am 16. Mai (17 Uhr, Ratssaal) final über diese Thematik.

Fragen und Folgen

Zum Thema Haftmittel in Sporthallen hat es ein klares Votum im Hauptausschuss der Stadt Ibbenbüren gegeben. Angesichts der Einmütigkeit der Fraktionen ist nicht davon auszugehen, dass sich das Meinungsbild bis zur Ratssitzung ändern wird.

Das war es dann wohl mit dem sogenannten Harz für die Handballer in Ibbenbüren. Das kann man – je nach Standpunkt – begrüßen oder bedauern.

Die Folgen? Nun, die Harz-Verschmutzungen sollten ein Ende haben – das ist das richtige Ziel. Aber: Sich nicht ans Verbot haltende Gastvereine, das birgt Konfliktpotenzial. Und Fragen. Wer kontrolliert an Spieltagen die Mannschaften? Und was passiert, wenn sie mit Harz erwischt werden? Dreht der Hausmeister den Strom ab, um die Austragung des Spiels zu verhindern? Wird dem Gastverein eine Rechnung für die Reinigung der Halle gestellt? Wenn ja, wie intensiv wird die Geltendmachung dieser Forderung verfolgt?

Und weiter: Schon vollgeharzte Trainingsbälle, die von den Gastvereinen beim Einwerfen genutzt werden, könnten Rückstände hinterlassen. Werden die bis zum Schulbeginn am Montagmorgen entfernt sein? Durch wen? Muss die Verunreinigung überprüft werden? Wie groß der sportliche Nachteil für ISV und HCI ist, wird sich zeigen. Wer den Umgang mit Harz gewohnt ist, der hat enorme Vorteile, wenn er eine nicht-harzende Truppe zu Gast hat.

Sportliche Ambitionen zu verfolgen – und dazu gehört auch, Talente zu halten – wird künftig schwieriger. Die Musik im Handball spielt nämlich da, wo Haftmittel genutzt werden.

Interessant würde es, wenn die ISV-Damen den Aufstieg in die 3. Liga schaffen. Der ist zwar dieses Jahr sportlich nicht mehr möglich, sondern nur durch den Rückzug eines anderes Teams, bleibt aber ein realistisches Ziel. Paragraph 6, Absatz 6 der Durchführungsbestimmungen für den Spielbetrieb der 3. Liga sagt explizit, dass der Spielbetrieb nur in Sporthallen ausgetragen werden darf, „in denen die Benutzung von Haftmitteln zugelassen ist“.

Will man der ISV städtischerseits den Aufstieg unter Verweis auf das Haftmittelverbot verweigern? Müssen die ISVlerinnen andernorts spielen? Entscheidet am Ende der Rat?

Spannende Fragen für eine Sportstadt.

Henning Meyer-Veer

Quelle: IVZ-Aktuell vom 04.05.2018 15:30 Uhr

   
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